Burnout als Gründer: Meine Geschichte und was ich heute anders mache

Ich bin Mohamed, Co-Founder von My Remote Balance. Ich schreibe diesen Text, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn alles an dir hängt. Burnout als Gründer ist ein Thema, über das wenige offen sprechen. Nach außen soll alles stark wirken. Innen sieht es oft anders aus. Hier ist meine Geschichte – und was ich heute anders mache.

Wie alles anfing

Als Unternehmer war ich immer erreichbar. Ich habe Nachrichten beim Frühstück beantwortet und Präsentationen um Mitternacht fertig gemacht. Wochenenden waren „Aufholzeit“. Pausen fand ich überflüssig. Ich war stolz darauf, alles zu schaffen.

Ich dachte, das gehört dazu. Wer gründet, muss eben mehr geben als andere. Und eine Weile hat das auch funktioniert.

Die Warnzeichen, die ich übersehen habe

Rückblickend waren die Zeichen früh da. Ich habe sie nur nicht ernst genommen:

  • Ich lag nachts wach und habe im Kopf Zahlen durchgerechnet.
  • Vor ganz normalen Meetings raste mein Herz.
  • Dinge, die mir früher Spaß gemacht haben, fühlten sich leer an.
  • Ich war gereizt – vor allem bei Menschen, die mir nahe stehen.
  • Selbst im Urlaub kam ich nicht zur Ruhe.

Dann kam die Angst. Ohne klaren Grund. Ich habe versucht, sie wegzudrücken. Ich dachte, ich müsste nur härter sein. Irgendwann ging nichts mehr. Burnout.

Wenn du dich in diesen Punkten wiedererkennst, lies auch unseren Artikel über die 12 frühen Burnout-Symptome. Und mach gern den Burnout-Selbsttest – er dauert nur drei Minuten.

Der Weg zurück

Der Weg zurück war nicht gerade. Aber er begann mit einem Gespräch. Mit jemandem, der zuhört, ohne zu urteilen. Das klingt klein. Für mich war es der wichtigste Schritt.

Nach und nach kamen Schlaf, Ruhe und Freude zurück. Ich habe gelernt, meine Warnzeichen früher zu erkennen. Und ich habe verstanden, dass Hilfe zu holen kein Scheitern ist. Es ist die klügste Investition in dich – und in dein Business.

Der Moment, als ich zum ersten Mal wieder ohne Knoten im Bauch aufgewacht bin, den vergesse ich nie.

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Was ich heute anders mache

1. Ich plane Pausen wie Termine

Pausen stehen in meinem Kalender – genauso fest wie Kundentermine. Wenn ich sie nicht plane, finden sie nicht statt.

2. Ich habe feste Offline-Zeiten

Abends und am Wochenende bin ich nicht erreichbar. Mein Team weiß das. Und das Business läuft trotzdem.

3. Ich spreche früher über Druck

Früher habe ich alles mit mir allein ausgemacht. Heute spreche ich früher darüber – mit Menschen, denen ich vertraue, und wenn nötig mit professioneller Unterstützung.

4. Ich achte auf meinen Körper

Schlaf, Bewegung und regelmäßige Mahlzeiten sind keine Nebensache mehr. Sie sind die Grundlage für gute Entscheidungen.

5. Ich höre auf Warnzeichen

Wenn ich merke, dass mein Herz vor Meetings wieder schneller schlägt oder ich nachts wach liege, nehme ich das ernst. Ich warte nicht mehr, bis gar nichts mehr geht.

Was Gründer:innen besonders belastet

Im Gespräch mit anderen Unternehmer:innen höre ich oft dieselben Themen. Vielleicht erkennst du dich wieder:

  • Die Verantwortung hört nie auf. Für Kund:innen, für das Team, für die Familie.
  • Unsicherheit ist ständiger Begleiter. Gute Monate wechseln sich mit schlechten ab.
  • Es gibt kaum jemanden zum Reden. Vor dem Team willst du stark wirken, vor Investor:innen sowieso.
  • Pausen fühlen sich wie Risiko an. Jeder freie Tag könnte eine verpasste Chance sein.
  • Identität und Firma verschmelzen. Wenn das Business wackelt, wackelst du mit.

All das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist die Realität vieler Gründer:innen. Umso wichtiger ist es, bewusst Gegengewichte zu schaffen.

Was ich anderen Gründer:innen rate

Wenn du heute nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Warte nicht, bis dein Körper dich zum Anhalten zwingt. Sprich früh mit jemandem – mit einer vertrauten Person, mit anderen Gründer:innen oder mit einer Psychologin oder einem Psychologen. Plane Erholung so ernsthaft wie deine Umsatzziele. Und erlaube dir, Hilfe als Stärke zu sehen. Die besten Entscheidungen für dein Business triffst du mit einem klaren Kopf, nicht mit einem erschöpften.

Warum es My Remote Balance gibt

Viele Menschen, die remote arbeiten oder selbstständig sind, erleben dasselbe wie ich. Oft allein, oft zu spät erkannt. Deshalb haben wir My Remote Balance gegründet: damit du Warnzeichen früher erkennst und schneller Unterstützung bekommst. Mehr darüber liest du auf der Seite Über uns und auf unserer Seite für Selbstständige und Gründer:innen.

Damit du nicht so lange wartest wie ich.

Häufige Fragen

Viele Gründer:innen erleben Phasen mit sehr hohem Druck. Weil sie selten offen darüber sprechen, werden Warnzeichen oft spät erkannt.

Ich habe zu lange gewartet, bis ich mir Hilfe geholt habe. Du musst das nicht.

Mohamed HawassMohamed Hawass · Co-Founder, My Remote Balance

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