Du bist erschöpft, die Arbeit kostet dich viel Kraft und vielleicht fühlen sich auch andere Dinge schwer an. Die Frage Burnout oder Depression liegt nahe. Aus dem eigenen Erleben allein lässt sie sich aber nicht zuverlässig beantworten.
Hier erfährst du, wie die WHO Burnout einordnet, warum Überschneidungen möglich sind und an wen du dich für eine fachliche Abklärung wenden kannst.
Was die WHO mit Burnout meint
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Burnout als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Sie ordnet Burnout als berufsbezogenes Phänomen ein, nicht als eigenständige medizinische Erkrankung. Ihre Beschreibung umfasst Erschöpfung, eine zunehmende innere Distanz oder negative Haltung zur Arbeit sowie ein Gefühl verringerter beruflicher Leistungsfähigkeit.
Diese Einordnung bezieht sich ausdrücklich auf den Arbeitskontext. Sie sagt nicht, was deine Beschwerden verursacht. Wenn du Belastungen bei dir einordnen möchtest, kannst du den Ratgeber zu Anzeichen von Burnout lesen – nicht als Test für eine Diagnose.
Burnout oder Depression: Warum die Grenze nicht eindeutig ist
Erschöpfung und Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen, können unterschiedliche Ursachen haben. Auch wenn die Arbeit stark belastet, lässt sich daraus eine Depression nicht ausschließen. Umgekehrt ist nicht jede Erschöpfung eine Depression. Ein Ratgeber kann beschreiben, worauf du achten kannst, aber weder eine Erkrankung feststellen noch körperliche Ursachen abklären.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob du dich in einer Gegenüberstellung wiederfindest, sondern ob du Unterstützung brauchst und wie deine Beschwerden fachlich eingeordnet werden. Wenn du merkst, dass du nach der Arbeit nicht abschalten kannst, oder dich auch körperliche Stress-Symptome beschäftigen, sind das Anlässe, darüber zu sprechen – keine Belege für eine bestimmte Diagnose.
Wie du eine fachliche Abklärung findest
Wenn Beschwerden anhalten, stärker werden oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, ist eine Hausarztpraxis ein sinnvoller erster Anlaufpunkt. Dort kannst du schildern, was du erlebst, und besprechen, welche weitere Abklärung nötig ist. Für die Suche nach einer psychotherapeutischen Sprechstunde kannst du dich auch an die 116117 wenden.

Du musst vorher nicht entscheiden, ob du „wirklich“ einen Burnout oder eine Depression hast. Hilfreich kann sein, zu beschreiben, seit wann du die Veränderungen bemerkst, was dich belastet und wobei du im Alltag Unterstützung brauchst. Der Unterschied zwischen psychologischer Beratung und Psychotherapie kann dir zusätzlich helfen, Angebote einzuordnen.
Welche Rolle psychologische Beratung spielen kann
Bei MyRemoteBalance sprechen Psycholog:innen mit dir über Belastungen wie Arbeitsdruck und Alltagsstress. Themen können etwa Grenzen im Beruf und der Umgang mit Erschöpfung sein; mehr dazu findest du unter Burnout vorbeugen. Psychologische Beratung ist keine Psychotherapie und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Abklärung oder Behandlung. Besteht der Verdacht auf eine psychische Erkrankung, hilft das Team dir, eine passende Fachstelle zu finden.
Wie die Gespräche organisiert sind, erklärt die Seite So funktioniert die Beratung. Auch ein Beratungsgespräch kann die Frage „Burnout oder Depression?“ nicht diagnostisch beantworten.
Wenn eine akute Krise nicht im Vordergrund steht und du die nötige fachliche Abklärung im Blick hast, kann psychologische Beratung eine Option für den Umgang mit Arbeitsdruck sein. Eine Anfrage ist noch keine Buchung. Kostenloses Erstgespräch anfragen →
Wann du Unterstützung holen solltest
Warte nicht darauf, deine Beschwerden selbst eindeutig benennen zu können. Wenn sie anhalten, zunehmen oder dich erheblich einschränken, wende dich an eine Ärzt:in oder Psychotherapeut:in. Auch Angehörige können behutsam ansprechen, was ihnen auffällt, zuhören und bei der Suche nach fachlicher Hilfe unterstützen.
MyRemoteBalance ist kein Notfalldienst. Bei akuter Gefahr ruf 112. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichst du unter 116117, die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111. Weitere Hinweise findest du auf der Seite Soforthilfe.
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Burn-out an occupational phenomenon.
Wenn eine akute Krise nicht im Vordergrund steht und du die nötige fachliche Abklärung im Blick hast, kannst du ein kostenloses Erstgespräch zur psychologischen Beratung anfragen. Kostenloses Erstgespräch anfragen

